Populäre mystische Literatur

Dissertation von Uwe Spörl:
Gottlose Mystik in der deutschen Literatur um die Jahrhundertwende. Paderborn (Schöningh) 1997 (418 S.). ISBN 3-506-78610-5.
Jene "Mystik ohne Gott", die so typisch für die deutsche Literatur der Jahrhundertwende, ist, steht zugleich für einen allgemeinen kulturellen Zustand Ihrer Zeit, d. h. ihres wissenschaftlichen, sozialen, intellektuellen und literarisch-künstlerischen Lebens. Neue geistige Strömungen (Monismus, Lebensphilosophie) ersetzen alte Religiosität und bilden den bewußtseinsgeschichtlichen Rahmmen für das Phänomen "Neomystik", in der die imaginierte oder erlebte Einheit der traditionellen Mystik mit Gott auf die entgöttlichte Weit bezogen wird.
Quelle

Buch von Amthor, Wiebke / Brittnacher, Hans R. / Hallacker, Anja
Profane Mystik? Andacht und Ekstase in Literatur und Philosophie des 20. Jahrhunderts; ISBN 3-89693-203-9 (05/2002).
Angesichts der Erfahrung des Verlusts metaphysischer Zuversicht und der Befürchtung gravierender Zivilisationsschäden formiert sich die philosophische und ästhetische Avantgarde unter Rückgriff auf eher undogmatische Tendenzen des religiösen Erlebens: Mystik, Okkultismus, Ekstase, Hermetik, Kabbala usw.
Die Beiträge des Sammelbandes suchen die Spuren auf, die eine immer wieder abgebrochene, doch offensichtlich unverwüstliche, immer wieder verfemte und verheimlichte, im 20. Jahrhundert neu aufleuchtende Tradition ekstatischen und andächtigen Sprechens in Religion, Philosophie und Literatur hinterlassen hat.
Quelle

Buchvorstellung: Mystik und Religion bei Berdjaev
von Heinrich Michael Knechten

Er setzt das "neue religiöse Bewusstsein", welches er in seinem 1907 erschienenen gleichnamigen Buch skizziert, gegen eine erstarrte Kirchlichkeit, gegen Positivismus und Atheismus, gegen anarchischen Irrationalismus.
Mystik bedarf aber nach Berdjaev der Religion. Letztere lehrt den Menschen den Sinn seines Daseins und den Sinn der Geschichte. - Andererseits braucht Religion Mystik, wenn sie nicht stagnieren und versanden will.
Quelle

Folgende weitere Bücher zu: Mystik heute
H. BRANDT
, Ökumenische Spiritualität : Mystik in Lateinamerika und Bonhoeffers "Nachfolge", in: Spiri-
tuelle Aufbrüche. Perspektiven evangelischer Glaubenspraxis (FS M. Seitz) hg.v. M. Herbst, Göttingen
2003, 81-97;
H. KEUL, "Dass ich es nicht zu verschweigen wagte" : die Autorität der Mystik in heutigen Gottesfragen, in:
Formen weiblicher Autorität. Erträge historisch-theologischer Frauenforschung, Wien 2005, 109-128;
D. NEMETH, Die Flucht in den Fundamentalismus und in die Mystik als Problem der Seelsorge, in: Amt und
Gemeinde 54 (2003) 114-119;
A. NESTI, The mystical option in a postmodern setting. Morphology and sense, in: Social compass 49 (2002)
379-392;
M. PFEIFER, Kann man Mystik erlernen? Die Problematik des "geistlichen Fortschritts" bei Zisterziensern
des 12. und des 20. Jahrhunderts, in: Cistercienserchronik 108 (2001) 515-532;
P. SCHALLENBERG, Mystik und Sozialethik in säkularisierter Zeit, in: Die Neue Ordnung 59 (2005) 122-130;
L.E. SCHMIDT, The making of modern "mysticism", in: Journal of the American Academy of Religion 71
(2003) 273-302;
Quelle

Artikel von F. HOFMANN
"Mystik: Religion der Zukunft - Zukunft der Religion?" :
Wissenschaftliches Seminar der Wart- burg-Stiftung Eisenach und der Luther-Gesellschaft vom 26. bis 28. April 2002 auf der Wartburg, in: Luther 73 (2002) 153-157.
Quelle